Wednesday, January 30, 2013

Anne Frank

Sid Jacobson und Ernie Colón haben zusammen einen grafischen Roman (graphic novel übersetzt sich nicht besonders gut, aber nunja) über das Leben der Anne Frank geschrieben und gezeichnet. 
Ich kenne das Tagebuch und ich kenne die Geschichte und soweit ich es beurteilen kann, ist der Roman sauber recherchiert, sonst hätte er vermutlich auch kaum den Untertitel "autorisiert" bekommen. Die Bilder sind zwar detailliert, aber dennoch nicht verspielt, sondern einfach und klar. 
Um die Lebensgeschichte in die geschichtliche Perpektive zu setzen, machen die Autoren Einwürfe, um zu zeigen, was zeitgleich in der Welt passiert. Dabei muss zwangsläufig gerafft werden, denn die Machtergreifung Hitlers und die ständige Eskalation der Judenverfolgung ist nicht unkompliziert darzustellen. So kommt es, dass einzelne Seiten sehr viel Information fassen müssen und etwas überfrachtet wirken, dies aber eher textlich, nicht visuell. 
Die Emotionen der Familie sind für dieses Medium sehr ergreifend umgesetzt, die einzelnen Charaktere gut dargestellt, man lernt die Familie Frank kennen. 
Für Kinder und Jugendliche ist das Buch dennoch bestimmt nicht einfach, bietet aber dennoch die Chance durch das Einzelschicksal der Familie, mehr über die Zeit zu erfahren und zu verstehen, gerade auch wegen der Emotionalität des Romans. 

 
Sid Jacobson und Ernie Colón, Das Leben von Anne Frank: Eine Grafische Biografie. Carlsen, Hamburg 2010.

Monday, January 28, 2013

Emma Donoghue - Raum


Bedrückend, eindrücklich und beeindruckend.
Emma Donogue schildert die Geschichte des fünfjährigen Jacks. Jacks Mutter ist seit sieben Jahren Gefangene eines Mannes, den sie Old Nick nennen, sie leben in einem 12qm großen Raum. Jacks Universum ist begrenzt auf das, was in Raum passiert und was er im Fernsehen anschauen kann. Doch seiner Mutter wird zunehmend klar, dass Jack unter diesen Bedingungen nicht psychisch und physisch gesund aufwachsen kann, auch wenn sie sich alle Mühe gibt.
So ersinnt sie schließlich einen nicht ungefährlichen Plan, bei dem Jack sich zunächst totstellen, dann fliehen und vor allem die Mutter retten muss. Der zweite Teil des Romans schildert die sehr schwierige Phase der Gewöhnung an das Draußen, das Jack zunächst ängstigt und das er nur zögernd für sich entdeckt. Gleichzeitig hat auch seine Mutter mit den seelischen Folgen der Gefangenschaft zu kämpfen, deren Aufarbeitung Zeit braucht. Der Roman endet mit einem Abschiedsbesuch in Raum.
Erzählt wird alles aus der Perspektive des Fünfjährigen, mit dessen beschränktem Verständnis der Welt, seiner Angst, Grammatikfehlern, aber auch mit der emotionalen Klarsicht des Kindes.
So wie ihn die Mutter vor der direkten Konfrontation mit Old Nicks Missbrauch schützt, erfährt auch der Leser nicht mehr über diese Grausamkeiten, so dass einem ein aufgezwungener Voyeurismus in dieser Hinsicht erspart bleibt.
Beeindruckend ist die Klarheit der Erzählung, was die wirklich wichtigen Dinge angeht. Liebe und Geborgenheit können vor Verletzungen schützen, selbst in den schwierigsten Situationen. Und selbst wenn die Mutter nicht immer stark sein kann und ein zwischenzeitilicher Zusammenbruch vielleicht sogar notwendig für den Heilungsprozess ist, so versteht Jack es mit seinem kindlichen und noch begrenztem Weltverständnis doch die wesentlichen Dinge und kann seine Mutter stützen.
Die Interpretation des Buches von Matthias Brandt (der mir bereits bei Kehlmanns Der fernste Ort gut gefallen hat) ist stimmig und passt, eine große Leistung, wenn man bedenkt, dass hier die Gedanken eines Fünfjährigen umgesetzt werden müssen. Der Roman wurde für die Audiobook-Fassung gekürzt, was mir jedoch nicht negativ aufgefallen ist.

Emma Donoghue, Raum. Osterwoldaudio 2011.

Sunday, January 27, 2013

The Hunger Games

Direkt nach dem Buch also der Film.
Jennifer Lawrence
und Josh Hutcherson spielen die Hauptrollen Katniss und Peeta.
Beim Lesen habe ich den zweiten Teil des Buches - die Hungerspiele in der Arena - als den wichtigsten Teil wahrgenommen, der mich entsprechend in den Bann gezogen hat. Hier wurde meines subjektiven Empfindens nach gerafft, die Charaktere und vor allem Katniss hatten weniger Zeit sich entwickeln.
Dafür stand die Verlogenheit und Ungerechtigkeit des gesellschaftlichen Systems stärker im Mittelpunkt und wurde sehr gut visualisiert. Die Kontraste zwischen dem grauen, verhärmten und verarmten Distrikt Zwölf und dem überpriviligierten, poppigbuntem Kapitol der Herrschenden waren überdeutlich gezeichnet. Gerade die erste Phase des Films, in dem die Lebensbedingungen im Distrikt Zwölf gezeigt werden, war sehr bedrückend und erinnerte an andere totalitäre Systeme.
Katniss konnte mich nicht recht begeistern, ihre inneren Konflikte kommen im Buch deutlich besser zum Tragen als im Film.
Insgesamt aber gut umgesetzt von Gary Ross.

zum Film bei der imdb

Saturday, January 26, 2013

Suzanne Collins - Die Tribute von Panem I

Als ihre kleine Schwester als Tribut für die Hungerspiele von Panem ausgelost wird, meldet sich Katniss freiwillig, um ihren Platz einzunehmen. Jeder der zwölf Distrikte von Panem muss einen Jungen und ein Mädchen für die Hungerspiele stellen. In einem extra erschaffenen Areal, einer riesigen Arena, müssen die 24 Tribute gegeneinander kämpfen und sich töten, bis nur noch einer übrig bleibt. Die Kämpfe werden in Form eines gigantischen Medienspekatakels übertragen, die Bewohner der Distrikte sind gezwungen es sich anzuschauen, während sie selbst unter ständigem Hunger und Mangelversorgung leiden. 
Die normale Welt im Großteil der Distrikte besteht aus Armut und ständiger Existenzangst, während ein kleiner Teil im Überfluss lebt. Die politisch-historischen Gründe für diese Gesellschaftsordnung werden im ersten Band von Suzanne Collins Triologie nur angerissen, ich vermute, dass hier die Handlung der Folgebände ansetzen wird. Gleichzeitig wird dem Leser der Spiegel für die eigene Sensationslust und gedankenlosen Luxus vorgehalten.
Die Story ist schlüssig aufgebaut, die einzelnen Schritte, die zu dem ungewöhnlichem Sieg von Katniss und ihrem Partner führen, sind logisch und durchdacht. Der Sprachstil ist eher einfach, der Zielgruppe der jugendlichen Leser entsprechend, daher ist der Roman leicht zu lesen
Natürlich ist nach dem Sieg wieder alles offen, die unterschwellige Kritik am System und die zwiespältige Liebesbeziehung werfen ihre Schatten voraus, was die Handlung von Band zwei angeht. Logische Konsequenz: Weiterlesen, aber auch den Film anschauen, da mir eine filmische Umsetzung durchaus lohnend erscheint. 
 
Suzanne Collins, Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele. Oetinger, Hamburg 2009.

www.dietributevonpanem.de

Ship in a Bottle

If all the ships I have at sea
Should come a-sailing home to me,
Ah, well! the harbor would not hold
So many ships as there would be
If all my ships came home from sea.
Ella Wheeler Wilcox, My Ships, from Poems of Passion.

postcard sent by Megan, USA

Wednesday, January 23, 2013

Pete Dexter - Deadwood

Manchmal habe ich mir Western im Fernsehen gesehen und mir einen Spaß daraus gemacht, die Toten zu zählen. Ich habe auch Achtung vor manchen Klassikern wie beispielsweise Spiel mir das Lied vom Tod. Aber im Grunde ist es nicht mein Genre. Dennoch soll man sich ja von Zeit zu Zeit auch neuen oder ungewohnten Eindrücken aussetzen. 
Bei der e-Ausleihe der lokalen Stadtbibliothek stolperte ich also über das Audiobook Deadwood von Pete Dexter. Der Roman von 1986 hat außer dem Schauplatz und einige historischen Figuren/Namen nichts mit der gleichnamigen TV-Serie zu tun.
Zum Inhalt (Quelle Amazon Produktbeschreibung):
Dakota-Territorium, 1876. Der legendäre Revolverheld Wild Bill Hickok und sein Freund Charlie Utter erreichen mit einem Treck, der aus Cheyenne kommt, die Goldgräberstadt Deadwood. Obgleich von Alter und Krankheit gezeichnet, ist Wild Bill immer noch in der Lage, jeden Mann in einem fairen Duell zur Strecke zu bringen. Er aber möchte nichts weiter, als seine Tage in Ruhe im Saloon verbringen. Nur ist Deadwood kein Ort, an dem man Ruhe findet. Hier herrscht das Gesetz des Stärkeren. Und so trachtet bald schon mehr als ein Mann nach Wild Bills Leben. Denn er ist einer der wenigen, die in dieser Stadt noch Recht von Unrecht unterscheiden können ...
In "Deadwood" stützt sich Pete Dexter auf historische Quellen und schildert den Wilden Westen so, wie er tatsächlich war: schmutzig, korrupt, voller Gier und roher Gewalt. Doch seine Haltung ist die eines lakonisch erzählenden Chronisten. Und so wird aus einem Tatsachenroman über die Anfänge Amerikas fast beiläufig eine menschliche Komödie voller Melancholie und schwarzem Humor.
Leider konnte mich Deadwood nicht begeistern. Sowohl der Schauplatz, die Charaktere und die Handlung blieben mir fremd. Sicherlich sind die Figuren grundsätzlich interessant gezeichnet, fast bizarr könnte man sagen. Aber die Story plätschert so vor sich hin, eigentlich passiert alles und nichts. Der Ort Deadwood ist mir gänzlich unsympathisch geblieben, man preist sich glücklich, nicht zu der Zeit leben zu müssen. 

Pete Dexter, Deadwood. Der Audio Verlag 2012.

Friday, January 18, 2013

Ulrich Greiner: Leseverführer

"Was geschieht mit uns, wenn wir lesen, und warum tun wir es so gern? Muss man alles zu Ende lesen und was sollte man wirklich über den Autor wissen? Und wo liest man was am besten?" 
Fragen, die auf dem Klappentext von Ulrich Greiners Leseverführer - eine Gebrauchsanweisung zum Lesen schöner Literatur verzeichnet sind.
Greiner ist Literaturwissenschaftler und das merkt man auch.
In zehn Kapiteln greift er verschiedene Aspekte von Literatur auf und versucht sie dem Leser zu erklären. Da wäre beispielsweise das Verhältnis von Erfundenem und Wahrheit, die Protagonisten/Helden, Romananfänge oder Erzählperspektiven. Dies verknüpft er mit der Bedeutung, die diese Aspekte auf das Lesen und den Leser haben können. Gemixt mit einer kleinen Auswahl von Beispielromanen mit Zitaten und Inhaltszusammenfassungen ergibt das etwa 200 Seiten Buch.
Die ersten Kapitel fielen mir recht leicht, sie waren unterhaltsam und in leichtem Ton geschrieben, später driftet er zunehmend in literturwissenschaftlichen Jargon ab, den ich allzu gut kenne. Das macht selten Spaß zu lesen. Und um den Spaß ging es Greiner eigentlich, so auch der Titel, Verführen zum Lesen...
Nein, irgendwie hakt dieses Buch, denn wer gern und viel liest, der kennt die Botschaft längst: Finde deinen eigenen Leseweg, lies was Freude macht, stelle dich ab und an einer Herausforderung und suche dir neue Autoren, Genre und Schreibstile. Wer nicht liest, dem wird dieses Buch ganz gewiss nicht dabei helfen, ein eifriger oder besserer (geht das?) Leser zu werden.
Ich glaube, eine gewisse Überheblichkeit scheint durch das ganze Buch hindurch (das geht mir übrigens auch beim Lesen der ZEIT oft so, deren Literaturressort Greiner leitet, aber das nur am Rande). Die genannten Werke sind häufig eher Beispiele komplexer/gehobener Literatur, einige davon habe ich gelesen, weil sie zur Weltliteratur, wie man so schön sagt, zählen, aber Spaß hat das im ersten Sinne meistens nicht gemacht, auch wenn man hinterher stolz auf die bewältigte Aufgabe blickte und bestenfalls auch ein paar neue Eindrücke und mehr Wissen über einen berühmten Autor und sein Werk mitnahm.
Die Frage, die sich mir nach der Lektüre dieses Buches stellt, ist jedenfalls eher die nach dem hohen Anspruch an Literatur und ob man diesem gerecht werden muss, um ein glücklicher Leser zu sein. Ich glaube nicht. Oben genannte Fragen fühle ich wenig beantwortet - aber vermutlich wurde hier auf dem Klappentext aus Werbezwecken ein wenig simplizifiert...

Ulrich Greiner: Ulrich Greiners Leseverführer - eine Gebrauchsanweisung zum Lesen schöner Literatur. Beck, München 2005.

Thursday, January 17, 2013

Jussi Adler Olsen - Verachtung

Nach Erbarmen, Schändung und Erlösung ist Verachtung nun der vierte Band der Reihe um Kommissar Carl Mørck von Jussi Adler Olsen.
Die Story hat drei zeitliche und erzählerische Dimensionen. Die Ebene Carl Mørcks spielt im Jahr 2010, er ermittelt zusammen mit Assistenten Rose und Assad das Verschwinden von einer Gruppe von Menschen im Jahr 1987. Die zweite Ebene ist in eben diesem Jahr 1987 verankert, die Hauptperson ist Nete Hermansen. Von dieser Ebene ausgehend bedenkt Nete rückblickend in Episoden ihr Leben. Im Zentrum der Ermittlungen steht neben Nete auch ein alter Mann namens Curt Wad, Arzt und Politiker, der zum wiederholten Male versucht, seine faschistisch-rassistische Partei ins politische Geschehen Dänemarks zu bringen.
Was 1987 geschehen ist, erleben wir mit, damit liegt wieder einmal die Spannung von Adler Olsens Roman nicht in der tatsächlichen Aufklärung eines Mordes, sondern vielmehr in dem Wissenwollen der Absichten und Zusammenhänge. Er verknüpft zudem geschickt totgeschwiegene, vergessene Schuld an Übergriffen und Zwangssterilisationen an Frauen, die es in der Geschichte von vielen europäischen Staaten (nicht nur Nazideutschland) gegeben hat, mit aktuellen politischen Bewegungen, die immer noch das gleiche abscheuliche Gedankengut vermitteln.
Die Weiterentwicklung der Geschichte Carl Mørcks und seines eigenen ungelösten Falls um seine beiden Kollegen wird nur in kleinen Mengen betrieben, es tauchen neue Beweismittel auf, die Carl belasten könnten, aber offensichtlich platziert wurden. Dabei bleibt es aber auch, was ein wenig unbefriedigend ist, aber eben auch auf einen weiteren Fall schließen lässt.
Verachtung ist spannend und unterhaltend, liest sich flüssig und lässt einen dennoch über geschichtliche Aspekte und Zusammenhänge nachsinnen. Gelungen.

Jussi Adler Olsen, Verachtung. dtv, München 2012.


Wednesday, January 16, 2013

Tuesday, January 15, 2013

Florida

Robin got me daydreaming with her card: 
"Wouldn't it be great 
to be sitting there 
reading a favorite book?" 
Oh, yes it would! 

Sunday, January 13, 2013

Zwischenlandung

Aus den Programminformationen des Theater Bielefelds:

"Ein Langstreckenflugzeug auf dem Weg über den Atlantik muss eine außerplanmäßige Zwischenlandung einlegen. Die Gründe dafür werden nicht genannt, man bittet die Reisenden um Geduld und Verständnis. Die bunt zusammengewürfelte Truppe von Passagieren sitzt verloren in der Wartehalle eines kleinen Flugplatzes im Nirgendwo und harrt auf die Fortsetzung ihrer Reise. Zunächst erscheint allen der erzwungene Stopp als sinnlose Zeitverschwendung und Geduldsprobe. Trotzdem versuchen alle, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Während draußen der Nebel übers Vorfeld zieht, tummeln sich die Passagiere auf unbequemen Sitzgruppen zwischen Boardingschalter und Kaffeeautomat. Mit der Zeit kommt man ins Gespräch, und es wird immer deutlicher, dass diese Zwischenlandung mehr ist als nur ein kurzer, vorübergehender Halt zwischen zwei Stationen.
Nach vier erfolgreichen Spielzeiten mit Männerbeschaffungsmaßnahmen nun ein weiterer Liederabend. Das Team bleibt das gleiche: In der Regie von Michael Heicks und mit Texten von Carmen Priego entsteht eine witzige Mischung aus schrägen Typen und bekannten Melodien."
Die Aufführung (zwei Stunden, eine Pause) war sehr unterhaltsam und entspannend. Die Botschaft nicht schwerwiegend, aber das macht gar nichts... - Warten ist Leben, nichts tun zu müssen ist das Größte. Das Islandsetting ist ein Plus für mich, inklusive Flagge und Nationalhymne, wunderbar. Die teils umgetexteten  bekannten und unbekannten Songs machen Spaß und die Performance war ihren langen Applaus (der zu zwei Zugaben führte) wert.
Auf der Website des Theaters kann man eine Audiorezension des Premierenabends hören, Pressestimmen lesen und mehr Fotos sehen.

Saturday, January 12, 2013

Die zwölf Brüder


Lovely illustration for the Grimm fairytale The Twelve Brothers.
The Postcard was sent by Gita from Lithuania.
You can find the fairytale here.

Thursday, January 10, 2013

Isabel Abedi - Isola

Nach Whisper, das mir gut gefallen hat, hatte ich Isola von Isabel Abedi schon einmal angefangen, war dann aber dann doch von anderem abgelenkt und nicht so sehr gefesselt gewesen, so dass ich es nicht weitergelesen habe. Inspiriert von der Buchchallenge habe ich es für Punkt 8 (= Ein Buch, das du abgebrochen und nie beendet hast.) jetzt als e-book-Ausleihe der lokalen Stadtbibliothek wieder ausgegraben und auch zuende gelesen. 

Zwölf sehr unterschiedliche Jugendliche haben nach einem Casting einen Flug zu einer brasilianischen Insel gewonnen. Dort sollen sie für einen bekannten deutschen Regisseur einen Film drehen, ohne Drehbuch, ohne klares Ziel. Dort angekommen, nimmt die Sache aber eine unvorhergesehene Wendung. Statt ihren Inselurlaub genießen zu können, wird einer der zwölf zum "Mörder" bestimmt, der unter Berücksichtigung bestimmter Spielregeln nach und nach die übrigen "Opfer" fangen soll. Angst und Misstrauen beherrschen die Situation, die sich dann noch weiter zuspitzt...
 
Erzählt wird - wie bereits bei Whisper - aus verschiedenen Perspektiven. Haupterzählerin ist Vera, deren Geschichte auch am ausführlichsten erzählt wird und die sich auch als Schlüsselfigur herausstellt. Ihr Gegenspieler bleibt bis zum Finale unbekannt, man kann aber als Leser durch seine Überlegungen und seine Gedankenwelt bereits vorher einige Vermutungen anstellen, ohne dass zuviel verraten wird.
In sich ist die Geschichte schlüssig und spannend. Ich hätte mir manchmal noch weitere Einblicke in die übrigen Charaktere gewünscht, diese werden gut entworfen in den ersten Szenen auf der Insel, aber sie bleiben logischerweise flacher, weil sie nicht erzählend zu Wort kommen wie Vera. Hier hätte Potenzial gesteckt, aber dies ist entschuldbar vor dem Hintergrund, dass Isola ein Jugendroman ist, der vielleicht erzählerisch auch nicht zu komplex werden sollte. 
Etwa in der Mitte des Romans bekommt man den Eindruck, die Inselbewohner steuerten auf eine Katastrophe riesigen Ausmaßes zu. Letztendlich ist es dann aber - zumindest aus der Perspektive Veras - doch eher ein Happy End mit bitterem Beigeschmack. Dies ist meiner Meinung nach aber nur ein kleiner Kritikpunkt und entschuldbar
Stärker in den Fokus hätte Abedi das Thema der totalen Kameraüberwachung, Reality TV und Voyeurismus nehmen können.
Insgesamt aber ein spannender und gelungener Jugendroman.

Isabel Abedi, Isola. Arena, Würzburg 2007.

Isabel Abedi's homepage

Forward!


This postcard showing a painting by Martta Wendelin (1893-1986) from Finland came with a lovely quote/saying:
Eteenpäin, sanoi mummo lumessa!
It means: "Forward!", said grandma in the snow.
Forward, I agree.

Tuesday, January 08, 2013

Monday, January 07, 2013

Kathy Reichs - Code

Here we go - it's the third Virals novel by Kathy Reichs (and her son Brendan has apparently something to do with it too). It's called Code and it is about the Gamemaster, an evil psychopath who plays games and tricks on the Virals pack for his own amusement. Just as before the kids have to rely on each other's strengths to decode the riddles and secrets of the Gamemaster.
Somehow this one had a slightly different tone than the former two. Mainly two things were a bit off: First, Tory's bossy way to say what needs to be done gets slightly annoying at times (although Reichs lets her get aware of this at times) and second - carefully said to avoid spoilers - another one of the pack falls out of character which I had a hard time believing. I was reminded of betrayal of another good character in a certain TV series called Bones... But maybe that's just me.
Apart from these slightly dislikable aspects Code was a good read, the wolfdog Coop is simply cute and I still like the youth language with its cartoon words ("SNAP!") and the kids' slightly addictive usage of mobiles and other technology.
It was fun.

Kathy Reichs, Code. Random House 2013.

This is also the first book for my book challenge kunterbunt:  "Nummer 10: Ein Buch, dessen Erscheinen du kaum Erwarten konntest"!

Holiday results


"Holiday" work results.
Happy to hand them back and get the space back today.

Sunday, January 06, 2013

Jethro Tull - Bourée



Love the piece, the interpretation and the musician(s).
Just thought I'd mention that again.

www.j-tull.com

Update, 9.1.2013: After posting this I found out that Jethro Tull will play a tour in Germany and I will finally see them play -   I've just bought tickets!

Saturday, January 05, 2013

First received cards

A lovely B&W postcard from Cherry in China. Her real name ist Zhangchen, but apparently they love to have a western name too.

Then there's a more typical tourist card with a lake and park pavillion on it, located in a town called Taichung in Taiwan. It was sent by Yi-Ga. The card is not very special but she wrote that if I liked open waters (like it says on my postcrossing profile) I was a person who liked freedom.
Probably true...

Pooh - and Piglet, Tigger and Roo, too!
Disney greetings from Slovakia by Patricia who has her own blog - in Slovakian!

First cards in 2013

It's always fun to write a bunch of postcrossing cards and see what mix of countries comes up. Today I had an unusual majority of European countries, such as the Netherlands, UK, Slovenia, France, Finland, Austria and Estonia. One goes to Malaysia and another one to Singapore. Rather unusual was the card to South Africa which was my first to that country (not many postcrossers on the African continent, I guess they have more important things to care about...). 
Let's see how long it takes for all these cards to arrive. Save travel!


Friday, January 04, 2013

Gaukler


Natürlich kann man sich den Schöpfer des Universums als einen Gaukler denken. Alles verrücktes Spiel, Ausdruck beginnender Müdigkeit. Nur manchmal, wenn wir am Abend, einer Gewohnheit folgend, uns auf einer Wiese versammeln, um die Nacht still zu begrüßen, sind wir vor Staunen sprachlos: Um uns zu foppen, zeigt er uns Proben seines großen Talents.

Quint Buchholz/Michael Krüger, Keiner weiß es besser als der Mond. Hanser, München 2001, S.22/23.

Thursday, January 03, 2013

George R.R. Martin - Die Saat des goldenen Löwen

In der deutschen Fassung ist Die Saat des goldenen Löwen der vierte Band der Reihe von Martins "Das Lied von Eis und Feuer", da hierzulande aus einem Band jeweils zwei gemacht wurden. Angesichts der Länge der Bücher vielleicht verständlich, andererseits kann man dann natürlich auch mehr Bücher verkaufen.
Die Stadtbibliotheken der Umgebung haben die Bände zum Glück als e-books, so dass ich hier nicht in die Tasche greifen musste.
Nach einer kleinen Pause nun also der vierte Band und die Reihe macht immer noch viel Spaß. Man entwickelt Lieblinge unter den Personen, einige laufen auch nur am Rande mit, man ahnt, dass diese eine entscheidendere Position in den folgenden Bänden einnehmen werden. Erzählerisch bleibt es spannend, wenngleich man auch nicht zuviel Zeit verstreichen lassen darf, sonst vergisst man vielleicht wer wer ist (und im e-book ist das Nachblättern im Glossar hinten ein wenig lästig).
Wie auch schon in den vorangegangenen Bänden ist das Ende wieder etwas willkürlich und plötzlich. Ob dies als Cliffhanger so gewollt ist oder ob der Autor einfach keine ordentlichen Enden schreiben kann oder will, sei dahingestellt.

George R.R. Martin, Die Saat des goldenen Löwen. Blanvalet 2010.

Wednesday, January 02, 2013

Postcrossing stats and retrospect

I joined postcrossing on 16th January 2010, which was 1082 days ago. 
My statistic informs me that since the I sent 898 postcards over a distance of 3,267,702 km and received 886 postcards over a distance of 3,199,000 km. I won't calculate how much postage that cost me, I don't wanna know. But there are probably more expensive hobbies than this. 

In 2012 things became a little slower by the end of the year as this graph shows:


Of course receiving goes down with the sending curve. The reasons for being less involved in postcrossing is mostly lack of time but also the amount of cards is sometimes overwhelming and I want to keep the feeling of appreciating the cards I get.
Here are some more graphs. First, my sent cards in 2012, top countries being the Netherlands, Poland, Finland, USA, Japan, Ukraine... The most exotic (or rarest) countries I was allowed to send a card to were Uruguay, India, Chile, Israel and Moldova.
Most cards travel for one or tweo weeks on average, Russia, China, Hong Kong and Belarus usually take longer, mostly three weeks. Curious, isn't it? Maybe somebody else has to read the cards first?!


And here's another picture showing the world spanning range of postcrossing, it's where my cards came from in 2012. You can't see the counties in details, especially not in Europe but it's pretty impressive anyway!


The biggest amounts of cards came from the Netherlands (57), USA (47), Russia (28), Belarus (27), Poland (26), Finland (22), China (19), Taiwan (14) and Ukraine (14).
The number of people in the Eastern countries like Belarus, Russia or Ukraine grew a lot which is sad for some collectors or lovers of special kind of cards since they usually send very typical (and in my opinion very ugly) tourist cards. National monuments of the USSR period are not very pretty for themselves, printing them on cards is even worse. Sorry for being so blunt. Maybe I'll do a post some day with the ugliest cards I received...
I got a few cards from unusual countries, too: Brazil, Cyprus, India, Kenya, Mexico, Moldova, Montenegro, Norway, Philippines, Slovakia and Sweden (there are very few postcrossers in Sweden - funny somehow because neighbour Finland has so many).

And here I'll end my statistics for 2012 - and look forward to writing and receiving many nice cards in 2013!

Tuesday, January 01, 2013