Saturday, March 30, 2013

Paul Strand


Paul Strand (1890-1976) was an American photographer and filmmaker. The wikipedia article states that he helped to establish photography as an art form and that he also influenced the work of other artists, e.g. the paintings of Edward Hopper. He was connected to and supported by another great American photographer, Alfred Stieglitz, who run a journal called Camera Work. Some of Paul Strand's photos were published there.
The card was sent by Lynette from California and shows City Hall Park, New York (1915).

Link to some more photos...

Thursday, March 28, 2013

Keigo Higashino - Verdächtige Geliebte

Keigo Higashino ist ein in Japan relativ bekannter und erfolgreicher Autor von Kriminalromanen. Verdächtige Geliebte ist der erste Band einer Krimireihe, aber kein typischer Kriminalroman.
Die Personen und ihre Rollen:
Yasuko tötet ihrern Ex-Mann Togashi, als dieser sie in ihrer Wohnung belästigt.
Ihr Nachbar Ishigamie, der in sie verliebt und ein Mathegenie ist, hilft ihr bei Alibi und Leichenbeseitigung.
Kusagani ist der zuständige Ermittler, dem das Alibi von Yasuko und Ishigami verdächtig erscheinen.
Yukawa ist ein Freund des Ermittler Kusagani, Physikgenie und ehemaliger Kommilitone von Ishigami, er stellt seine eigenen Ermittlungen an, die im Grunde rein logischer Natur sind.

Der Mord geschieht zu Beginn des Romans, statt nach dem Täter zu fahnden, verfolgt man die Vertuschung der Tat und das Kräftemessen zweier logisch denkender Naturwissenschaftler. Es ist sozusagen die Umkehrung des typischen Krimiaufbaus. Die Konstruktion und Dekonstruktion des Alibis ist Thema und man sympathisiert mit der Täterin und dem Gehilfen. Eine durchaus reizvolle Idee mit einer dramatischen Auflösung bzw. dramatischem Scheitern des Konstrukts: Trotz der Genialität Ishigamis siegt die Wahrheit, Lüge und Verbrechen lassen sich nicht aufrecht erhalten, wenngleich die moralische Bewertung offen bleibt.

Fremd waren mir beim Lesen neben den Namen und der japanschen Kultur die fehlende Emotionalität bzw. die sehr andere Darstellung von Emotionalität: Nichts wird offengelegt, selbst das Yasukos Entsetzen und Verzweiflung über den Mord und Ishigamis Liebe, die schließlich zur Selbstaufgabe führt (wobei dies aus seiner Perspektive vermutlich nur logisch ist), werden hinter Höflichkeit und Konventionen verborgen, auch wenn der Leser sie selbstverständlich erahnt. Der Kultur literarisch zu begegnen und mehr zu erfahren ist interessant und spannend, die Figuren bleiben mir aber dennoch zu fremd und unnahbar.

Keigo Higashino, Verdächtige Geliebte. Klett Cotta, Stuttgart 2012.

Wednesday, March 27, 2013

Jo Nesbø - Schneemann

Jo Nesbøs Schneemann ist der siebte Fall um Harry Hole. Ein neuer Serienmörder lässt junge Mütter verschwinden und baut als Markenzeichen einen Schneemann an den Tatort. Harrys solide Ermittlerabeit erweist sich als manipuliert und er hat auch so ein Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Ein zweiter Irrweg führt zu der von dem Fall besessenen neuen Kollegin, deren Vater erst verdächtigt und dann als Opfer aufgefunden wurde. Der tatsächliche Täter wird in einem dramatischen Showdown entlarvt, der leider bizarr unglaubwürdig und überkonstruiert wirkt.
Wieder ist es der Ermittler (und sein Umfeld), der in den Fokus des Serienkillers gerät statt umgekehrt. Diese Logik leuchtet immer noch nicht ein (siehe Kay Scarpettas/Patricia Cornwells Zwangsverfolgungen durch die Serienkiller Amerikas, aber das nur am Rande...).
Der Schneemann ist spannend, wirkt aber stellenweise zu konstruiert. Positiv ist, dass Holes Charakter als trockener Alkoholiker deutlich sympathischer ist als in seinem Säufertum.

Jo Nesbø, Schneemann. Hörbuch Hamburg 2009.

Tuesday, March 26, 2013

Suzanne Collins - Die Tribute von Panem III

Am Anfang des dritten und letzten Bandes von Suzanne Collins Panem-Triogie, Flammender Zorn, ist die Lage schwierig für Katniss: Ihre Heimat Distrikt 12 ist zerbombt und niedergebrannt, ihr Zufluchtsort Distrikt 13 ist ganz anders und zwingt ihr und ihrer Familie einen strikten Tagesablauf auf. Alles ist durchgeplant und auch Katniss wird verplant, nachdem sie eingewilligt hat, als Spotttölpel Symbol der Rebellion zu sein. Sie dreht Propagandafilme, die in das Fernsehprogramm des Kapitols eingeschleust werden.
Emotional steht sie weiterhin zwischen ihren beiden Männern Peeta und Gale, ersterer ist im Kapitol einer Hirnwäsche unterzogen worden und sieht in Katniss den Feind. Nur mühsam kann er davon befreit werden.
Der Konflikt zwischen Rebellen und dem Kapitol spitzt sich zu und Kaniss will sich nicht mit ihrer oberflächlichen Rolle zufriedengeben, sie will kämpfen.
Zum Showdown kommt es im Kapitoldistrikt, wo sogenannte Kapseln zur Abwehr gegen die Rebellen eingesetzt werden, die in ihrer Willkür an das Geschehen in der Arena aus Band I und II erinnern. Trotzdem können die Rebellen siegen. Katniss will ihre eigene Forderung umsetzen und den Präsidenten töten, den sie lange als Ursache all ihrer Qualen angesehen hat. Doch ihr kommen außerdem Zweifel an der Intigrität der neuen Rebellenpräsidentin und es kommt zur letzten überraschenden Wende der Trilogie.
Auch Flammender Zorn entwickelt einen gewissen Lesesog, wie auch schon die Vorgängerbände.  Jedoch wirkten einige Passagen zäher und die Spannung war nicht so groß wie zuvor. Der Showdown mit dem Konstrukt der Kapseln wirkte auf mich erzwungen und nicht sehr logisch (tödliche Fallen mitten in der Hauptstadt?). Diese Parallele zu den Kämpfen der Tribute war zu gewollt meiner Meinung nach. Auch die Opfer, die dieser Kampf kostete, wirken teils überzogen, auch wenn sie dazu dienen, Katniss' Situation zu dramatisieren.
Diese wird am Ende nun unfreiwillig doch zur Heldin, die sie nie sein wollte, denn sie war nahezu durchgehend fremdgesteuert. Doch dann zieht Katniss sich zurück in den Distrikt 12, der wiederaufgebaut werden soll. In diesem Nachsatz stellt sich dann doch wieder die Frage, ob sie im Grunde nur ihren eigenen Frieden und ihre eigene Freiheit wollte, denn der große Gedanke einer besseren Gesellschaft scheint sie nicht weiter zu bewegen. Als Happy End einer Rebellin wirkt das etwas flach.
In der Gesamtheit bin ich sehr angetan von der Panem-Trilogie, ein spannender, mitreißender Stoff, auch wenn ich glaube, dass der letzte Band mehr Potential hätte haben können.

Suzanne Collins, Die Tribute von Panem: Flammender Zorn. Oetinger, Hamburg 2011.

Friday, March 22, 2013

Terry Pratchett: A List

I read a lot of Terry Pratchett's discworld novels over the years.
I didn't read them in chronological order or cared about if I read them all. To be honest, I'm not even sure which ones I've read. So I decided to make a proper list here and come back from time to time and update.
I don't have favourite characters, they all have their own specialities, they are all funny and thoughtful in different ways. Pratchett's characters are unique, I appreciate them all.

Witches
Equal Rites (1987)
Wyrd Sisters (1988)
Witches Abroad (1991)
Lords and Ladies (1992)
Maskerade (1995)
Carpe Jugulum (1998)
The Wee Free Men (2003, Tiffany Aching)
A Hat Full of Sky (2004, Tiffany Aching)
Wintersmith (2006, Tiffany Aching)
I Shall Wear Midnight (2010, Tiffany Aching)

Rincewind
The Colour of Magic (1983)
The Light Fantastic (1986)
Sourcery (1988)
Eric (1990)
Interesting Times (1994)
The Last Continent (1998)
The Last Hero (2001)

The Wizards
Equal Rites (1987)
Sourcery (1988)
Moving Pictures (1990)
Reaper Man (1991)
Soul Music (1994)
Interesting Times (1994)
Hogfather (1996)
The Last Continent (1998)
The Last Hero (2001)
Unseen Academicals (2009)

The City Watch
Guards! Guards! (1989)
Men at Arms (1993)
Feet of Clay (1996)
Jingo
The Fifth Elephant (1999)
The Truth (2000)
The Last Hero (2001)
Night Watch (2002)
Monstrous Regiment (2003)
Thud! (2005)
Snuff (2011)

Death and Susan Sto Helit
Mort (1987)
Reaper Man (1991)
Soul Music (1994)
Hogfather (1996)
Thief of Time (2001)

Moist von Lipwig
Going Postal (2004)
Making Money (2007)
Raising Steam (2013)

Others
Small Gods (1992)
The Amazing Maurice and his Educated Rodents (2001)


terrypratchettbooks.com

Terry Pratchett - Guards! Guards!

Guards! Guards! by Terry Pratchett is the eighth discworld novel, first published in 1989. It introduces - well - the City Guard. Captain Vimes is in bad shape, drinking and not caring much about right and wrong in Ankh-Morpork.
A secret brotherhood, the Unique and Supreme Lodge of the Elucidated Brethren of the Ebon Night, wants to overthrow the Patrician Lord Vetinari. They want to have a puppet king under their control. To reach their goal they summon a dragon to strike fear into the people of Ankh-Morpork. As they use a stolen magic book to summon the dragon the librarian takes part in the hunt with the Watch to find the responsible people. Additional help comes from Lady Sybil Ramkin (Vimes' future wife) who's an expert in dragons and half-unvoluntarily by Carrot who just joined the Watch.
Of course Vimes saves the city and takes a turn to the good side obeying the law from now on.
The story is exciting and funny, the new characters interesting and well-designed.
Well-read by Tony Robinson. Loved it.

Thursday, March 21, 2013

Selig - Magma live

Herz vergeben, Herz verschenkt schrieb ich Dezember 2010 nach dem Konzert. Das gilt auch noch 2013. Selig ist mit dem neuem Album Magma auf Tour und spielte gestern im Ringlokschuppen.
Viel Zeit mit dem Album warm zu werden gab es nicht, aber einige Lieder gingen bereits ins Ohr, das melancholische "Schwester Schwermut" zum Beispiel, die poppige Single-Auskopplung "Alles auf einmal" brauchte einen Moment, aber musikalisch ist es ein gelungenes Album.
Live sind die Jungs wieder beeindruckend gewesen, sehr viel Freude, Kontakt zum Publikum, eine gute Mischung der neuen Songs und der alten Klassiker. Schön.  


Wednesday, March 20, 2013

Gerd König - Astrid Lindgren

Astrid Lindgren - Eine, die Individualität großschrieb von Gerd König ist Band 04 aus der Reihe "Weltveränderer" des Down-to-Earth Verlags, ein Mini-Büchlein (der Verlag nennt es "Impulsheft"). Auf wenigen Seiten werden einige Aspekte der großen schwedischen Autorin aufgezeigt: Ideen, Lebenskonzept, Einfluss etc.
Viel mehr als Impuls ist bei einem solchen Umfang auch nicht drin. Da ich bereits die fantastische Biografie von Margareta Strömstedt Astrid Lindgren - Ein Lebensbild gelesen habe, wirkte das Büchlein auf mich gänzlich unzureichend, mag aber für jemanden, der sich mit Lindgrens Leben noch nicht beschäftigt hat, ein Anreiz sein, dies zu tun. Dem lege ich dann aber definitiv Strömstedts Buch ans Herz.

Rolf Lappert - Pampa Blues

Rolf Lappert beschreibt in Pampa Blues die Geschichte des sechzehnjährigen Ben. Da seine Mutter als Jazzsängerin durch Europa tingelt und sein Vater tot ist, lebt Ben bei seinem Opa in Wingroden. Die Situation könnte besser sein: Der Opa ist senil, das Dorf besiedelt von schrulligen, alten Menschen und Ben trifft keine gleichaltrigen Jugendlichen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass man aus den Buchstaben von Wingroden das Wort Nirgendwo bilden kann.
Maslow, der Inhaber der einzigen Kneipe, will Wingroden allerdings zu neuem Leben verhelfen und plant dafür eine völlig abwegige Aktion, über die dann die Presse berichten soll und das Dorf bekannt machen soll.
Als dann eine junge Frau namens Lena auftaucht, nehmen alle an, es sei die heiß herbeigesehnte Journalistin. Die Dinge entwickeln sich plötzlich dynamisch...
Pampa Blues beginnt wie der Name andeutet, eher melancholisch, fast träge, allein verrückten Dorfbewohner und deren Skurilitäten und Macken bringen einen dazu, weiterzulesen. Der Protagonist wirkt zunächst fast blass und unscheinbar vor diesem farbenfrohen Haufen, gewinnt aber zunehmend an Profil, beginnt seine eigenen Entscheidungen zu treffen, macht Fehler und bügelt sie wieder aus.
Als Jugendbuch deklariert mag es als eine typische Initiationsgeschichte durchgehen, die Erzählweise, der trockene, selbstironische Humor und die liebenswerten Charaktere haben aber durchaus auch viel für erwachsene Leser zu bieten, beispielsweise die Problematik des dementen Großvaters oder die des verwaisenden Dorfes ohne Zukunftsperspektive.

Rolf Lappert, Pampa Blues. Hanser, München 2012.

Friday, March 15, 2013

Terry Pratchett - Thud!

Thud!
That's the sound of a club hitting a helmet (or a troll's head).
And the name of a game with counters representing dwarfs and trolls.
And the title of this novel by Terry Pratchett.

A long time ago dwarfs and trolls fought a serious battle in Koom Valley. Nobody knows who started it, nobody really knows who won. When a dwarf gets murdered in Ankh-Morpork shortly before the anniversary of the battle, Commander Sam Vimes of the City Watch is going to see it fought again. There are a lot of difficulties to solving this murder and some of the clues are buried deep.

This novel contains everything a good Pratchett novel needs:
Beloved, tough characters with a great sense of humour leading to witty dialogues.
A plot with suspense, riddles and mystery. 
An issue with a direct connection to our world, something to think about, something to take with us beyond the mere enjoyment of reading.

In Thud! the issue is nothing less than racism, even within the City Watch noone is safe from having prejudices and fear: trolls, werewolves, dwarfs, vampires and humans. It's complicated and simple at the same time. Even Sam Vimes has to struggle with his own rage, for he is "infected" with a dark entitiy...
Big parts of the story work as a metaphor if you want to read it like that. Or you can just sit back and enjoy all the fun parts and the magic of the story.With Pratchett, you usually get both. 

Terry Pratchett, Thud!. 2005.

Luna Park

"The famous mouth - closed for winter."
This is a photo from the 1935, it shows the entrance to a fun park near Sydney called Luna Park. The park still exists and is a symbol of the Sydney harbour area.
The postcard was sent and written (!) by Freya, she is five. 

Thursday, March 14, 2013

Dream


Dream and let your dreams come true...
This is a picture by illustrator and artist Mary Stripes, her real name is Mary Tarabakina.
I like the cute dandelions.
The card was sent by Darya from Ukraine.

Wednesday, March 13, 2013

Timur Vermes - Er ist wieder da


Wo soll ich da anfangen?
Das Cover von Er ist wieder da sagt über den Plot ja bereits das meiste aus:
Adolf Hitler erwacht 2011 auf einem leeren Grundstück in Berlin-Mitte. Seine letzten Erinnerungen sind die von 1945, er hat keine Ahnung vom jetzigen Deutschland. Ein Kioskbesitzer vermittelt ihn als Komiker (denn echt kann er ja nicht sein, aber er wirkt so echt!) an einen Fernsehsender. Innerhalb kurzer Zeit gelingt es ihm mit den alten Inhalten und Reden an die Spitze der Beliebtheitsskala der deutschen Medienlandschaft zu kommen. 

Punkt. Mehr Inhalt ist nicht. Das kann man auf dem Klappentext lesen und das ist kein Spoiler. 
Bis zuletzt hatte ich auf die überraschende Wendung, den Knalleffekt gewartet, der nicht kam. 

Aber noch einmal zurück.
In der Beschreibung bei goodreads stehen folgende Optionen zur Kategorisierung des Romans: "Eine Persiflage? Eine Satire? Polit-Comedy?"
Diese haben alle gemein, dass sie witzig sind oder sein sollen. 
Die Idee eines Hitlers in der Jetzt-Zeit, der sich das kranke Lüstern nach Sensation und die Durchlässigkeit der schnelllebigen Medien zunutze macht, finde ich genial. Es ist schrecklich und es ist vor allem schrecklich denkbar. 
Die Idee bietet das Potenzial der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten: Seht her, ihr Affen, ihr fallt auf alles herein, seht her, wie wenig ihr begriffen habt, sehr her, wie wichtig es ist, dass man sich erinnert. 
Die Idee bietet auch die Möglichkeit, mit dem Finger auf das immer noch vorhandene Gedankengut in den fiesen rechten Gefilden hinzuweisen. 
Die Idee könnte auch enttarnen, wie Propaganda funktioniert oder wie Satire eben nicht funktioniert, nämlich das es für eine Satire nicht ausreicht, nur das Original zu kopieren, das sie eigentlich ins Lächerliche ziehen möchte. Es gehört mehr dazu.

Was Timur Vermes geschrieben hat, sind seitenlange Abhandlungen über Hitlers Denkweise und Ansichten über die Gegenwart. Anfangs hat es etwas Komisches, der Zeitreiseschock und die mediale Verwirrung, in der sich Hitler wiederfindet. Auch war ich gespannt, wie es ihm gelingen würde, sich in die Fernsehsendung zu schmuggeln, ohne das jemand hinterfragt, wer er ist, oder über seinen mangelnden persönlichen Background stolpert. 
Schmunzeln muss man, wenn er sich abfällig über gesellschaftliche Missstände und aktuelle Persönlichkeiten der Politik äußert, da zeigt sich ein satirischer, gesellschaftskritischer Blick. Aber mir blieb selbst das Schmunzeln im Hals stecken, wenn es sogleich wieder mit Naziideologie vermengt wurde.
Im Grunde will ich, selbst wenn es als Satire gemeint ist, nicht die Perpektive Hitlers einnehmen, ich will nicht seine Gedanken aus der Ich-Perpektive lesen, ich will nicht seiner Logik folgen. Dabei wird mir schlecht. Viel zu kurz kommt dabei die Kritik, wie es sein kann, dass so jemand realistisch betrachtet sogar die Chance hätte, ins Rampenlicht zu kommen, Redezeit bekäme! Was sagt das über diese Gesellschaft? Keine Tabus - selbst ein Hitler ist nur ein Witz, wie dieser finstere Teil der deutschen Geschichte auch?
Nur einmal wird Hitler konfrontiert mit den Folgen seiner historischen Taten, als seine Sekretärin kündigen will, weil ihre Oma nicht erträgt, dass sie bei jemandem arbeitet, der Hitler ist bzw. so wie Hitler ist. Er besucht die Oma, um sie von seiner Rechtschaffenheit zu überzeugen. Und das gelingt ihm. Einfach so. Und damit vergeht die Chance, in dem Roman einen ernsten Kontrapunkt zu setzen, ein Statement gegen Hitler zu machen. Was bleibt ist viel Hitler-Gewäsch, ein paar zynische Bemerkungen über Politik und Gegenwartsgeschehen und ein Armutszeugnis an die fiktive deutsche Gesellschaft. Von allem ein bisschen und nichts richtig. Und damit endet der Roman. 

Vielleicht bin ich nicht die richtige Leserin für dieses Buch, vielleicht kann ich das Thema nicht mit Humor betrachten, aber ich glaube dennoch, dass Vermes weit hinter den Möglichkeiten der Idee zurückbleibt. 

Timur Vermes, Er ist wieder da. Eichborn, Frankfurt am Main 2012.

Jutta Richter - Ich bin hier bloß der Hund

Ich bin hier bloß der Hund von Jutta Richter ist ein niedliches kleines Buch, dass das Leben des Hundes Anton aus seiner eigenen Sicht erzählt. Er hat manchmal Schwierigkeiten, sich so zu verhalten wie seine Menschen das gern hätten, mit Mizzi, der Katze verträgt er sich nicht so gut, aber er liebt seine "Herde" und passt auf sie auf, wie ein echter Hütehund das eben macht.
Die Bilder von Hildegard Müller illustrieren das Buch mit wunderbaren kleinen Schwarz-Weiß-Zeichnungen.
Insgesamt ein nettes Vorlesebuch für Jüngere.


Jutta Richter, Ich bin hier bloß der Hund. Hanser, München 2011. 

Monday, March 11, 2013

Ursula Haucke - Papa, Charly hat gesagt...

Ich kann mich nicht mehr sicher daran erinnern, woher ich das "Papa, Charly hat gesagt, sein Vater hat gesagt,..." genau kenne - ob es ausgeliehene Kassetten oder das Radio waren. Jedenfalls liefen die ersten Folgen bereits vor meiner Geburt.
Laut wikipedia wurden verschiedene Staffeln von verschiedenen Hörfunksenden produziert. Viele Folgen wurden von Ursula Haucke verfasst, einige aber auch von anderen Autoren (z.B. Margarete Jehn) geschrieben. Die vagen, aber positiven Erinnerungen daran wollte ich auffrischen und kaufte den Sammelband mit einigen der Dialoge.
Sohn: Peter Heeckt | Vater: Gert Haucke
Von ihrem stets gleichbleibenden Anfang (mit nur wenigen Ausnahmen, wie zum Beispiel "Papa, Charly hat gesagt, seine Schwester hat gesagt,...) können die Geschichten sehr unterschiedliche Themen behandeln. Der Sohn provoziert den Vater mit den Äußerungen von Charlys Vater, der immer zuverlässig widerspricht und die Aussagen als falsch beweisen will. Dabei stellt der Sohn entwaffnende Gegenfragen, die deutlich machen, dass er deutlich länger darüber nachgedacht hat, als die ursprüngliche Frage oder Äußerung glauben machen ließ. Oft kommt noch eine persönliche Note in das Gespräch, bei der klar wird, dass das Denken des Vaters oft von gesellschaftlichen Konventionen und teils auch von Vorurteilen geprägt wird, auch wenn dieser das niemals zugeben möchte. Das alltägliche Handeln des Vaters bleibt häufig hinter seinen ideellen Vorstellungen zurück, was der Sohn ihm wie im Spiegel vorhält.

An diesen Dialogen finde ich zweierlei faszinierend:
Erstens: Diese schlichte literarische Form des Dialogs von Vater und Sohn ist so alltäglich und beginnt oft mit Kleinigkeiten, die jeder erlebt hat oder haben könnte, dass die Identifikation mit dem Problem leicht fällt. Auf diese Weise ist es nicht nur der Vater, der den Spiegel vorgehalten bekommt, sondern die kindlich-entwaffnende, aber dennoch bohrende Logik trifft auch den Zuhörer bzw. Leser. Man fragt sich unwillkürlich: Habe ich das nicht auch schon so getan oder so gedacht? - und stellt dabei die Diskrepanz zwischen eigenem (bequemen) Verhalten und dem moralischen Anspruch an sich selbst und/oder der Gesellschaft fest.
Zweitens: Die Geschichten sind inzwischen mehrere Jahrzehnte alt. Obwohl einigen sicherlich typische 70er/80er Jahre-Themen zugrunde liegen und die Moral vielleicht als ein wenig verstaubt gelten mag, so ist es doch verblüffend, wie viele der Dinge, über die sich der Sohn  Gedanken macht, immer noch bedenkenswert sind. Die Dialoge haben uns immer noch etwas zu sagen, trotz ihres Alters, sind teilweise universell.
So wird mich das Buch noch eine Weile begleiten, noch sind nicht alle Geschichten gelesen, einige kann man auch durchaus mehrmals lesen.

PS:
Bei youtube finden sich einige wenige Folgen der Originalserie. Dort findet sich aber auch eine sehr witzige Lesung von Oliver Rohrbeck und Detlef Bierstedt (Hamburg, 04.11.12) über "lange Haare", die ich (als ???-Fan) hier trotz mäßiger Qualität mal anfüge.

Sunday, March 10, 2013

Tess Gerritsen - Sag niemals stirb


Schauplatz Vietnam: Viele Jahre, nachdem Wild Bill Maitland bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz verschollen ist, macht sich Wilone Maitland (Willy) auf die Suche nach ihrem Vater. Dabei trifft sie zunächst auf eine Mauer des Schweigens, dann scheint man aktiv verhindern zu wollen, dass sie in dieser Sache voran kommt. Sie trifft bei ihrer Suche auf Guy Barnard, der ihr Hilfe anbietet, wobei seine Gründe zunächst auch undurchsichtig sind. Obwohl Zeugen ermordet werden und auch auf Willy selbst Anschläge verübt werden, gibt sie die Suche nicht auf...

Sag niemals stirb erschien bereits 1996, lange vor der erfolgreichen Jane-Rizzoli-&-Maura-Isles-Reihe von Tess Gerritsen, und ist damit wohl zu ihrem Frühwerk zu rechnen. Der Roman wird als Thriller bezeichnet, aber die Anteile an sogenannten romantischen Momenten sind relativ hoch. Das funktioniert nur mäßig. Das Verhalten der beiden Protagnisten und ihre Beziehung wirken steif und unbeholfen, Willys Ablehnung der männlichen "Retter und Beschützer"-Figur Guy, die wohl als weibliche Stärke gemeint ist, wirkt gekünstelt und unglaubhaft. Er dagegen rennt ihr bis zur Lächerlichkeit hinterher. Natürlich lösen sie das Rätsel um Willys Vater erst, als sie sich zusammentun.
Vermutlich bietet der Roman einige Einblicke in die verkrusteten Strukturen Vietnams und die Agenda der Amerikaner auch nach dem Krieg. Das mochte mich thematisch leider nicht zu fesseln. Zusammen mit den schwachen Charakteren muss ich sagen, dass dieser Roman von Gerritsen mich nicht begeistern konnte.

Tess Gerritsen, Sag niemals stirb. Lagato Verlag 2011.

Saturday, March 09, 2013

Bathed in Moonlight

Bathed in Moonlight is the title of this postcard sent by Desirée from the Netherlands.
It got me thinking about songs that might go well with this picture.
First one I thought of was of course very obvious: Moonlight Shadow by Mike Oldfield feat. Maggie Reilly, oh my, from 1983. And then I did a search through my music folder and the things this search came up with... very funny! Let me list a few:

  • Tina Dico - Moon to Let
  • Anouk - Faith in My Moon
  • Sting - Moon over Bourbon Street
  • Sinatra - Fly Me to the Moon and Moon River
  • Norah Jones - Moon Song
  • Godsmack - Moon Baby
  • Eels - Climbing the Moon
  • The Police - Walking on the Moon 
  • R.E.M. - Man on the Moon
  • Sam Brown - April Moon
  • Fairground Attraction - The Moon is Mine
  • David Gray - Red Moon
  • The Alan Parson's Project - Children of the Moon
  • LeeAnn Rimes - Can't Fight the Moon Light
  • Savage Garden - To the Moon and Back
  • MGMT - Of Moons, Birds & Monsters
  • Shirley Bassey - Moonraker
  • Holly Cole - Moonglow
  • Scarlet - Moonstruck
  • Cat Stevens - Moonlight Shadow
Imagine all these together on a sampler, it would probably be unbearable!
Am I missing any important moon songs?
By the way, I wouldn't say that this search turned out as a representative overview of my music taste. It's more like a very strange mix - but fun.

Friday, March 08, 2013

I/i for InBetween

This wonderful card is part of a Dick Bruna alphabet - I/i for Indiaan! Or for InBetween!
The card was sent by Fidelma from the Netherlands.

Lovely kids' website: www.miffy.com

Monday, March 04, 2013

Mechthild Borrmann - Wer das Schweigen bricht

Über Mechthild Borrmann stolperte ich durch Zufall, mir gefiel das Cover und eh ich mich versah, lauschte ich gespannt Katrin Daliots Lesung von Wer das Schweigen bricht.
Ungewöhnlich schwierig finde ich es, den Plot dieses Kriminalromans zusammenzufassen, ich will mich hier auch nicht in Namen, Orten und Zeiten verlieren. Eine passende Zusammenfassung kann man vielleicht bei krimi-couch.de nachlesen. Borrmann schlägt einen Bogen zwischen lange zurückliegenden, dramatischen Ereignisse zur Zeit des zweiten Weltkriegs und einem aktuellen Mord. Dabei erzählt sie langsam, aber stetig, mit einer leicht blumigen Beschreibungsweise, die zunächst ungewohnt war, aber zur Geschichte und den Charakteren passt. Was am Anfang noch nach einer einfachen Suche nach den eigenen Wurzeln aussieht, entwickelt sich immer mehr zu einem verwirrenden Bild mit unendlichen Grauabstufungen. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, die Frage nach der Schuld erscheint plötzlich nicht mehr entscheidend. 
Hörenswert.  

Mechthild Borrmann, Wer das Schweigen bricht. ZYX 2011.

Tina Dico live

Tina Dico and Helgi Jonsson in Osnabrück, 3rd March, 2013

I am so happy that I bought that ticket... I saw Tina Dico and Helgi Jonsson (her favourite musician from Iceland) last night at Rosenhof in Osnabrück. They're on an acoustic tour of Tina's latest album Where do you go to disappear (see video below). 
Her voice is simply beautiful and Helgi's voice (and music - trombone, guitar and piano) adds up perfectly. They are so cute together, laughing and having this quiet musical understanding, it was wonderful to see and hear and feel.
She promised a "party of the senses" at the beginning of the concert - if we the audience wanted to have a party - and she kept her word.
It was amazing and breathtaking, goosebumps, laughter and tears. 
Thank you for this journey, Tina!




This ain't no time to go to sleep...

Saturday, March 02, 2013

Serious Drawings

Your choice too if you like Marc Johns' drawings.
I think they're great. Visit his blog to see more.

Friday, March 01, 2013

Elke Dag

Postcrossing is an amazing hobby as is, lots of different people, styles, interests and - of course - different cards. That's something that doesn't get old. And every now and then you come across a fellow postcrosser that's even more interesting, likes the same stuff you yourself like or does interesting things. Recently, I had the pleasure of sending a postcard to Gerda in the Netherlands. She's a photographer, graphic designer and ... a post woman, what a great combination! She linked her blog on her postcrossing profile and here's what she writes about her blog concept:
"EVERY DAY I look around and see special things. Those things I photograph.
EVERY DAY I choose two photos that show a contrast but also a similarity.
EVERY DAY I post 2 photos, above them 1 title."
I like her pictures a lot and I think the idea to combine two contrasting pictures that are nevertheless connected is great. I could imagine stories about these photos... surreal perhaps... but great stories.
So I wanted you to get the chance to look at her blog too:

ELKE DAG - EVERY DAY

Here's one example with the title Fold: