Tuesday, January 24, 2017

Lars Kepler - Ich jage dich


Joona Linna hat einiges durchgemacht, als er heruntergekommen und mit Schmerzen wieder in Stockholm auftaucht. Sein Stelle bei der Landeskriminalpolizei ist inzwischen mit der hochschwangeren Margot besetzt und sie ermittelt in einer schlimmen Mordserie. Der Täter scheint seine weiblichen Opfer zunächst zu verfolgen und zu beobachten, lädt dann einen Film darüber hoch, um erst danach in das Haus der Opfers einzudringen und mit zahlreichen Messerstichen zu töten. Dabei hinterlässt er scheinbar Hinweise durch die Inszenierung der Opfer und und bewusste Positionierung von symbolischen Gegenständen.
Erste Hinweise ergeben einen Zusammenhang mit einem früheren Straftäter, der mehr über den Täter wissen könnte, aber durch seine Heroinabhängigkeit und einen Unfall nur ein sehr unzuverlässiger Zeuge ist, weil seine Erinnerungen trügerisch sind. Daher wird der Psychologe Erik Maria Bark, bekannt aus Der Hypnotiseur, Band 1 der Reihe, hinzugezogen, um unter Hypnose mehr aus ihm herauszubekommen. Doch die Ereignisse überschlagen sich - Erik muss feststellen, dass er alle bisherigen Opfer kannte - eine Tatsache, die ihn plötzlich zu einem Verdächtigen macht. Er muss fliehen... Gleichzeitig wird der Heroinabhängige rückfällig, verhaftet und weggesperrt - wie soll er jetzt noch helfen können, den wahren Täter zu finden? Joona, dem Margot mehr Einblick in die Ermittlung gewährt, als zu erwarten war, will den Fall aufzuklären, den Täter finden und Erik entlasten - und muss daher einige krasse Entscheidungen treffen...
Auch der fünfte Fall von Lars Kepler besticht durch einige überraschende und komplexe Plotwendungen, wenngleich die Protagonisten mir in diesem Band weniger gefallen haben. Joona bleibt ein Fremder, seine Erlebnisse haben ihn verändert, aber der Leser war nicht dabei und muss nun sehen, wie er mit dieser skrupelloseren Version zurechtkommt, während Margot als neue Ermittlerin in ihrer Eifrigkeit trotz Schwangerschaft etwas überzogen wirkt. Glaubwürdiger wird der Thriller dadurch nicht, wenngleich seine Vielschichtigkeit, die verschiedenen Perspektiven und das rasante Tempo Pluspunkte der Reihe bleiben.
(Außerdem mochte ich Erik Maria Bark schon im ersten Band nicht...)


Lars Kepler, Ich jage dich. Lübbe Audio 2015.

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